Kronenträger 01.06.2000  


Wie in jedem Jahr führte der Magic-Monday-Stammtisch eine seiner legendären Vatertagswanderungen durch. Nachdem im letzten Jahr unserem Freund Uli durch sein leicht auffälliges Erscheinen die Krone verliehen wurde, war in diesem Jahr unser Freund Simon mal wieder an der Reihe, die Krone feierlich überreicht zu bekommen. Aber wie kam es dazu:

Die ausgewählte Streckenführung war in diesem Jahr mal wieder nicht zu verachten. Sie führte uns bei strahlendem Sonnenschein vom Fernsehturm in Degerloch ins schöne Berkheim, wo der Abschluß wieder einmal auf der Hocketse der Stoiriegel-Goischter stattfand. Gut gerüstet mit zwei Kisten Bier und einem komplett vorpräparierten Holzkohlegrill ging es früh morgens los.

Bereits hier, zu Beginn der Wanderung, fiel unser Simon durch seine zügige Bierfrequenz auf. Teilnehmer die sich vorgenommen hatten etwas langsamer zu trinken, wurden von ihm zu einer Erhöhung der Schlagzahl geradezu gedrängt. Dies zog sich eigentlich über den ganzen Tag so fort und man konnte beim abzählen der gesammelten Kronenkorken seine erstaunliche Trinkleistung bewundern.

In Berkheim angekommen ebbte der Bierkonsum dann kaum merklich ab. Fatal war jedoch, daß die Getränkesorte gewechselt wurde und immer wieder ein kaltes, kurzes, dunkles, italienisches Getränke durch unseren Simon an den Tisch gebracht wurde. Dies setzte sich so fort und angekommen in der Bar konnten dann alle seine erstaunlichen Entertainmentfähigkeiten bewundern. Unser Simon war im wahrsten Sinne des Wortes der "Star an der Bar". Da wurde geflirtet und getanzt und der Sekt floß in Strömen. Die Frauenwelt war hin und weg von diesem so auftrumpfenden jungen Herren. Der Höhepunkt des Abends, war dann leider jedoch auch gleichzeitig der Wendepunkt seiner Popularität bei der Frauenwelt.

Gegen eins wurde der Nachhauseweg angetreten. Begleitet von verschieden Halbnüchternen und fast gleich stark betrunkenen (z. B. des Kronenträgervorgängers), entdeckte unser Simon ein junges, hübsches Mädel mit ihrem Fahrrad. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch aufgrund seine undeutlichen Artikulation nicht mehr ganz festzustellen, ob es ihm nun das Mädel oder ihr Fahrrad (sah recht teuer aus) mehr angetan hatte. Jedenfalls wurde unter Zuhilfenahme seines kompletten Charmes versucht, daß Mädchen davon zu überzeugen, daß es das Richtige wäre, ihn doch einmal mit ihrem Fahrrad fahren zu lassen. Dies wurde jedoch hartnäckig ablehnt. Der ganze, lange Nachhauseweg reichte nicht aus. Sie blieb eisern bei ihrem "Nein" und unser Simon war ein gebrochener Mann.

Gezeichnet von diesen Ereignissen gab er schließlich auf und es schlug die gnadenlose Stunde der verbliebenen Stammtischmitglieder. Die Krone wurde feierlich verliehen und ohne große Gegenwehr - ja fast freiwillig - von ihm akzeptiert, was wiederum sehr erwähnens- und lobenswert ist! Simon wurde in ein Taxi verfrachtet und nach Hause geschickt, wo er den Schlaf der Gerechten antrat. Ob er sich zuvor die Ereignisse des vorangegangenen Abends noch einmal 'durch den Kopf gehen lies', ist leider nicht überliefert.

Ende der Geschichte.